Angebot abgelehnt? Die richtige Nachfass-Mail
Du hast ein gutes Angebot geschickt und dann: nichts. Die meisten geben jetzt auf. Dabei liegt im Nachfassen bares Geld. So machst du es richtig, mit Timing, Tonfall und drei Vorlagen.
Emre Sakalli
Gründer von DemandHub
Eine Studie nach der anderen zeigt dasselbe: Ein großer Teil aller Aufträge wird erst nach dem zweiten oder dritten Kontakt vergeben. Und trotzdem fassen die meisten Selbstständigen kein einziges Mal nach. Sie schicken das Angebot, hören nichts und denken "dann wollte er wohl nicht". Dabei ist Stille fast nie ein Nein. Es ist meistens: "Ich war im Stress und hab's vergessen."
Warum Stille kein Nein ist
Setz dich in die Lage deines Kunden. Er hat drei Angebote eingeholt, dann kam ein kranker Mitarbeiter, der Quartalsabschluss und die Sommerferien dazwischen. Dein Angebot liegt nicht im Papierkorb, es liegt vergessen im Postfach. Eine freundliche Nachfass-Mail ist für ihn oft eine Erleichterung, weil sie ihm die Entscheidung wieder auf den Tisch legt.
Tipp
Schreib dir beim Versenden eines Angebots direkt einen Wiedervorlage-Termin in 3 Tagen. Wer aufs Bauchgefühl vertraut („ich denk schon dran“), fasst am Ende bei der Hälfte der Angebote nie nach. Ein simpler Erinnerungs-Mechanismus verdoppelt deine Abschlussquote fast von allein.
Das richtige Timing
Zu früh wirkt verzweifelt, zu spät und du bist aus dem Kopf. Mein bewährter Rhythmus:
- Nach 3 bis 4 Werktagen: die erste, freundliche Nachfrage. "Ist alles angekommen, gibt es Fragen?"
- Nach weiteren 7 Tagen: die zweite, mit einem leichten Anreiz oder einer Deadline ("mein Kalender für Juni füllt sich").
- Nach nochmal 1 bis 2 Wochen: die "Schluss-Mail", die höflich abschließt und die Tür offen lässt.
Drei Kontakte, mehr braucht es selten. Wenn nach der dritten Mail nichts kommt, hak es ab und steck deine Energie woanders rein.
Drei Vorlagen zum Übernehmen
Vorlage 1: Die freundliche Erinnerung
"Hallo Herr Berger, ich wollte kurz nachfragen, ob mein Angebot vom 06.05. für die Terrassenüberdachung gut angekommen ist. Falls Sie noch Fragen haben oder etwas anders wünschen, sagen Sie einfach Bescheid, ich pass das gerne an. Viele Grüße, Markus Lindner, Zimmerei Lindner aus Regensburg."
Vorlage 2: Mit sanftem Anreiz
"Hallo Herr Berger, ich melde mich nochmal zu Ihrer Terrassenüberdachung. Mein Kalender für Juni füllt sich gerade, und ich würde Ihren Auftrag gerne noch in diesem Monat einplanen. Wenn Sie bis Freitag Bescheid geben, halte ich Ihnen den Termin frei. Passt das so für Sie?"
Vorlage 3: Die elegante Schluss-Mail
"Hallo Herr Berger, ich nehme an, das Projekt hat sich erledigt oder ist gerade nicht aktuell, das ist völlig in Ordnung. Ich schließe den Vorgang erstmal ab. Falls Sie später doch loslegen möchten, melden Sie sich einfach, mein Angebot können wir dann gerne aktualisieren. Alles Gute!"
Die dritte Mail ist die wirkungsvollste, das überrascht viele. Das höfliche "Ich schließe ab" löst bei erstaunlich vielen Kunden ein "Halt, nein, ich wollte doch!" aus.
Achtung beim Anruf
Ein kurzer Anruf wirkt oft stärker als die dritte Mail, aber nur, wenn du nicht wie ein Telefonverkäufer klingst. Frag nicht „und, kaufen Sie jetzt?“, sondern „gibt es noch etwas, das Sie für Ihre Entscheidung brauchen?“ Das ist hilfsbereit statt aufdringlich.
Was du beim Nachfassen vermeiden solltest
- Vorwurfsvoller Ton. "Ich habe immer noch nichts gehört" klingt genervt. Bleib freundlich, der Kunde schuldet dir nichts, solange er nicht zugesagt hat.
- Den Preis ungefragt senken. Wenn deine erste Reaktion auf Schweigen ein Rabatt ist, lernt der Kunde, dass Warten sich lohnt. Frag erst nach dem Grund.
- Zu viele Mails. Nach drei Kontakten ist Schluss. Alles darüber wirkt aufdringlich und beschädigt deinen Ruf.
Der Trick: ein System statt Bauchgefühl
Das eigentliche Problem ist nicht die Formulierung, sondern dass das Nachfassen im Alltag untergeht. Du schickst zehn Angebote raus und vergisst, bei welchen du schon nachgefasst hast. Genau hier hilft eine Pipeline, in der du jedes Angebot von "verschickt" über "nachgefasst" bis "zugesagt" oder "abgelehnt" siehst. Mehr zum Thema überzeugende Angebote in Angebote, die konvertieren und zum sauberen Aufbau in Angebot schreiben als Handwerker.
Take-away
Stille ist kein Nein, sondern fast immer Vergesslichkeit. Fass nach einem klaren Rhythmus nach (3 Tage, 7 Tage, dann der höfliche Abschluss), bleib freundlich und senk nicht reflexartig den Preis. Drei Kontakte reichen. Damit dir kein Angebot durchrutscht, brauchst du einen Überblick, wo jedes gerade steht. Genau das ist die Kanban-Pipeline in einem Tool wie DemandHub: jedes Angebot eine Karte, die du von Spalte zu Spalte ziehst, sodass du immer siehst, bei wem ein Nachfassen fällig ist.
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