Rechnungen · 6 Min. Lesezeit

SEPA-QR-Code (GiroCode) auf Rechnungen: So funktioniert's

Der kleine schwarze Code rechts neben der IBAN. Was er kann, wie er aufgebaut ist und warum er bei meinen Kunden die Zahlungsdauer von 8 auf 4 Tage halbiert hat.

ES

Emre Sakalli

Gründer von DemandHub

Ein Kunde von mir, Garten- und Landschaftsbauer aus dem Münsterland, hat mir letztes Jahr eine Statistik geschickt: Rechnungen mit GiroCode wurden im Schnitt 4,2 Tage schneller bezahlt als die alten ohne. Bei 30 Rechnungen im Monat sind das spürbar früher liquide Mittel. Und es kostet ihn keinen Cent extra.

Trotzdem ist der GiroCode bei vielen Selbstständigen noch ein Mysterium. Was steht da eigentlich drin? Ist das gesetzlich vorgeschrieben? Funktioniert das mit jeder Banking-App? Hier die ehrlichen Antworten.

Was ist ein GiroCode überhaupt?

Der GiroCode ist die deutsche Bezeichnung für den EPC-QR-Code nach dem Standard des European Payments Council (EPC). Er enthält alle Daten, die für eine SEPA-Überweisung nötig sind, in einem QR-Code verpackt. Dein Kunde scannt den Code mit seiner Banking-App, die Überweisungsmaske ist vorausgefüllt, ein Tap auf „Bestätigen", fertig.

Der Standard wurde 2013 vom EPC veröffentlicht und wird mittlerweile in Deutschland, Österreich, Belgien, Finnland und den Niederlanden eingesetzt. Praktisch alle deutschen Banking-Apps unterstützen ihn: Sparkasse, Volksbank, ING, DKB, Commerzbank, Deutsche Bank, N26, Comdirect.

Wie ist der EPC-Datensatz aufgebaut?

Ein GiroCode enthält genau definierten Klartext, getrennt durch Zeilenumbrüche. Das ist der wesentliche Aufbau:

  • BCD — Service-Tag, immer „BCD"
  • 001 oder 002 — Version
  • 1 oder 2 — Zeichensatz (1 = UTF-8)
  • SCT — Identifikation als SEPA Credit Transfer
  • BIC des Empfängers (in Version 002 optional)
  • Name des Empfängers (max. 70 Zeichen)
  • IBAN des Empfängers
  • Betrag in der Form „EUR12.34"
  • Verwendungszweck (max. 140 Zeichen)

Klingt technisch, ist aber einfach. Ein vollständiger Datensatz sieht so aus:

BCD
002
1
SCT

Garten Mustermann
DE89370400440532013000
EUR1234.56
CHAR

Rechnung 2026-042

Der QR-Code muss laut Spezifikation mindestens 25 × 25 mm groß sein, damit alle Banking-Apps ihn zuverlässig lesen. Als Fehlerkorrektur-Level wird „M" empfohlen.

Tipp: Verwendungszweck schlau wählen

Im Verwendungszweck darfst du maximal 140 Zeichen schreiben. Ich empfehle: nur die Rechnungsnummer, kurz und sauber. So findest du beim späteren Abgleich am Kontoauszug sofort die richtige Rechnung. „Rechnung 2026-042" reicht völlig, gerne ohne den Kundennamen, der ist eh in der Überweisung.

Ist der GiroCode Pflicht?

Klare Antwort: nein. Es gibt keine gesetzliche Pflicht zum GiroCode. Eine Rechnung ohne QR-Code ist genauso gültig wie eine mit. Der GiroCode ist eine Komfort-Funktion, die dir die Zahlungseingänge beschleunigt, mehr nicht.

Was 2025 begonnen hat und 2027 verbindlich wird, ist die E-Rechnungspflicht im B2B-Bereich. Die hat aber nichts mit dem GiroCode zu tun. E-Rechnung bedeutet ein strukturiertes Format wie XRechnung oder ZUGFeRD, nicht ein PDF mit QR-Code.

Warum lohnt es sich trotzdem?

Drei messbare Effekte sehe ich bei jedem Selbstständigen, der GiroCode einsetzt:

  1. Schnellere Bezahlung. 2 bis 5 Tage schneller, je nach Branche. Bei Privatkunden mehr Effekt als bei Firmenkunden.
  2. Weniger Tippfehler. Wenn der Kunde IBAN, Betrag und Verwendungszweck manuell einträgt, kommt es zu Vertippern. Mit Scan praktisch nie.
  3. Weniger Rückfragen. „Wie war die IBAN nochmal?" oder „Welche Rechnungsnummer kommt in den Verwendungszweck?" fällt weg.

Wie kriegst du den Code auf deine Rechnung?

Drei Wege, in Reihenfolge der Bequemlichkeit:

  • Rechnungssoftware mit eingebauter GiroCode-Funktion. DemandHub baut den Code automatisch in jede Rechnung ein, ohne dass du eine Einstellung umlegen musst. Daten kommen direkt aus deinem Profil.
  • Online-Generator wie girocodegenerator.com. Funktioniert für Einzel-Rechnungen, ist aber nervig bei 20 Stück pro Monat.
  • Eigene Lösung mit einer Bibliothek wie qrcode-js. Nur wenn du selbst programmierst.

Wenn dich der größere Kontext interessiert, schau dir den Vergleich der drei Briefkopf-Methoden an, in dem ich auch zeige, wie man den QR-Code professionell ins Layout integriert. Und wenn du sowieso schon bei der Rechnungsstellung bist, lohnt sich der Blick auf den Kleinunternehmer-Artikel für die korrekten Pflichtangaben.

Take-away

Der GiroCode ist kein Marketing-Gag, sondern ein simpler EPC-Datensatz, der die Zahlung deiner Kunden auf einen Klick reduziert. Keine gesetzliche Pflicht, aber ein messbarer Geschwindigkeits-Boost. Wenn du heute Rechnungen ohne QR-Code verschickst, ist das die einfachste Optimierung, die du in deiner Selbstständigkeit machen kannst. Mit dem richtigen Tool dauert die Umstellung null Minuten.

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