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Erste Schritte in die Selbstständigkeit: die 10 Dinge, die zählen

Du willst dich selbstständig machen und ertäufst in Checklisten mit 47 Punkten? Vergiss die meisten. Hier sind die 10 Dinge, die am Anfang wirklich zählen, in der richtigen Reihenfolge.

ES

Emre Sakalli

Gründer von DemandHub

Als ich selbst gestartet bin, habe ich Wochen damit verbracht, Ratgeber zu lesen, die mir Angst gemacht haben. Visitenkarten-Layouts, Logo-Diskussionen, die perfekte Webseite. Dabei waren das alles Dinge, die mich vom eigentlichen Start abgehalten haben. Rückblickend zählen am Anfang nur eine Handvoll Sachen. Hier sind sie.

Die ersten fünf Dinge: die Bürokratie

1. Klären: Gewerbe oder Freiberuf?

Das entscheidet, ob du zum Gewerbeamt musst oder nicht. Handwerker, Händler und Reinigungsdienste sind meist Gewerbe, Berater, Coaches und Kreative oft Freiberufler. Die Details habe ich in Rechnung schreiben ohne Gewerbe aufgeschrieben.

2. Beim Finanzamt anmelden

Über den "Fragebogen zur steuerlichen Erfassung" via ELSTER. Hier kreuzt du auch an, ob du die Kleinunternehmer-Regelung nutzen willst. Danach bekommst du deine Steuernummer.

3. Kleinunternehmer-Regelung prüfen

Wenn du im ersten Jahr unter 25.000 € Umsatz bleibst, sparst du dir die ganze Umsatzsteuer-Bürokratie. Das ist für die meisten Starter der richtige Weg. Alles dazu in Kleinunternehmer §19 UStG und im Überblick zu Steuern für Kleinunternehmer.

4. Krankenversicherung klären

Als Selbstständiger zahlst du deine Krankenversicherung komplett selbst. Das ist einer der größten Posten. Kläre früh, ob du freiwillig gesetzlich oder privat versichert bist und mit welchen Beiträgen du rechnen musst. Das gehört in deine Stundensatz-Kalkulation.

5. Geschäftskonto eröffnen

Keine Pflicht, aber dringend zu empfehlen: trenne privat und geschäftlich von Tag eins an. Sonst suchst du bei der Steuer monatelang nach Belegen zwischen deinen Netflix-Abbuchungen.

Tipp

Mach Punkt 1 bis 5 an einem einzigen Vormittag. ELSTER-Konto anlegen, Fragebogen ausfüllen, Gewerbe online anmelden, Konto eröffnen. Viele zerdehnen das über Wochen, weil es sich groß anfühlt. In Wahrheit ist es ein halber Tag Arbeit.

Die nächsten fünf: das Tagesgeschäft

6. Deinen Preis kalkulieren

Bevor du den ersten Kunden ansprichst, musst du wissen, was du verlangst. Und zwar nicht aus dem Bauch, sondern gerechnet. Wie das geht, ohne dich zu verkalkulieren, steht in Stundensatz berechnen. Das ist wichtiger als jedes Logo.

7. Belege von Anfang an sammeln

Jede Quittung, jede Rechnung, die du bezahlst, ist eine Betriebsausgabe, die deine Steuer senkt. Leg dir vom ersten Tag an einen Ordner an (digital oder Schuhkarton, Hauptsache vollständig). Tipps dazu in Papierkram reduzieren.

8. Die erste Rechnung richtig schreiben

Deine erste Rechnung muss alle Pflichtangaben enthalten, sonst ärgert sich dein Kunde und du wirkst unprofessionell. Die komplette Liste steht in Was muss auf eine Rechnung?.

9. Kundendaten ordentlich ablegen

Nicht auf Zetteln, nicht im Kopf. Eine simple Kundenliste mit Kontaktdaten und Auftragshistorie ist Gold wert, spätestens beim zweiten Auftrag desselben Kunden. Mehr in Kundenverwaltung für Einzelunternehmer.

10. Geld zurücklegen für die Steuer

Der häufigste Anfängerfehler: Das ganze Geld, das reinkommt, fühlt sich wie deins an. Ist es aber nicht. Ein Teil gehört dem Finanzamt. Leg von jeder Einnahme einen festen Prozentsatz auf ein separates Konto, dann triff dich die erste Steuernachzahlung nicht wie ein Schlag.

Achtung bei der Steuer-Rücklage

Als Faustregel: leg 25 bis 30 %% jeder Einnahme für Steuern und gegebenenfalls Umsatzsteuer beiseite. Lieber zu viel zurücklegen und sich am Jahresende freuen, als von einer Nachzahlung kalt erwischt werden. Die genaue Quote hängt von deinem Gewinn ab.

Was du am Anfang NICHT brauchst

Genauso wichtig wie die To-do-Liste ist die Nicht-To-do-Liste. In den ersten Monaten brauchst du nicht:

  • Eine teure Webseite mit Hochglanz-Fotos. Eine schlichte Seite reicht.
  • Ein professionell gestaltetes Logo für 800 €. Das kommt später.
  • Eine vollständige Buchhaltungssoftware mit DATEV-Anbindung. Dafür bist du am Anfang viel zu klein.
  • Ein Büro, wenn du auch zu Hause oder beim Kunden arbeiten kannst.

Jeder Euro und jede Stunde, die du in diese Dinge steckst, fehlt dir bei dem, was am Anfang wirklich zählt: Kunden gewinnen und sauber abrechnen.

Take-away

Erst die Bürokratie (anmelden, Kleinunternehmer prüfen, Versicherung, Konto), dann das Tagesgeschäft (Preis kalkulieren, Belege sammeln, sauber abrechnen, Steuer zurücklegen). Lass dich nicht von Logo- und Webseiten-Diskussionen aufhalten, die kommen später. Was du wirklich brauchst, ist ein einfacher Weg, Angebote und Rechnungen rauszuschicken und den Überblick zu behalten. Genau dafür ist ein Tool wie DemandHub gemacht: einmal 99 €, kein Abo, das den ganzen Anfragen-zu-Rechnung-Ablauf abdeckt, ohne dass du dich in eine Buchhaltungssoftware einarbeiten musst.

DemandHub: 99 € einmal, lebenslang.

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